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Probiotische Kosmetik
 

Probiotische Produkte sind schon lange Bestandteil der Ernährung. Seit geraumer Zeit gewinnt dieses Thema auch in der Kosmetik an Bedeutung - insbesondere auch aufgrund neuer Erkenntnisse über das Mikrobiom der Haut.

Martina Grams, Schulungsleiterin der KOKO Kosmetikvertrieb GmbH & Co. KG hat Dr. Jürgen Kloss, Leiter der Entwicklungsabteilung, befragt, wie er die kosmetische Marktentwicklung von probiotischen Produkten sieht.

M. Grams: Wie wirkt eine probiotische Pflege und was sind die Hauptwirkstoffe?

Dr. Kloss: Das Wort probiotisch ist aus den Teilen Pro (Latein) und Bios (Griechisch) zusammengesetzt und heißt übersetzt "für das Leben". Man unterscheidet darüber hinaus probiotische und präbiotische Produkte. Probiotische Produkte enthalten lebende Mikroorganismen. Präbiotische Komponenten dienen als Nahrung für Mikroorganismen und bestehen sehr häufig aus nicht verdaubaren Faserkomponenten. Häufig handelt es sich um Oligo- und Polysaccharide. Ein zurzeit populäres Präbiotikum ist Inulin, das aus Chicorée gewonnen wird.
Der Mensch lebt mit Mikroorganismen zusammen, die in ihrer Gesamtheit als Mikrobiom bezeichnet werden. Es wird vermutet, dass das Mikrobiom mehr Zellen als der menschliche Körper enthält. Auf der Haut variiert die Anzahl der Mikroorganismen von ca. 100/cm2 auf der Fingerkuppe bis hin zu 2.000.000/cm2 unter der Achsel. Die Stoffwechseltätigkeit der Mikroorganismen hat einen direkten Einfluss auf unseren Hautzustand.
Trägt man einen probiotischen Rohstoff auf die Haut auf, so kann dieser zu einer gesunden Hautflora beitragen und gegebenenfalls die Hautbarriere stärken. Häufig finden Produkte Verwendung, die Milchsäurebakterien enthalten.

M. Grams: Braucht die gesunde Haut überhaupt eine probiotische Pflege?

Dr. Kloss: Man unterscheidet im Zusammenhang mit dem Mikrobiom die Eubiose und Dysbiose. Bei der Eubiose befindet sich die Epidermis im Gleichgewicht mit ihrem Mikrobiom. Im Zustand der Dysbiose ist dieses Gleichgewicht aus den Fugen geraten. Bei einer gesunden Haut können wir von der Eubiose ausgehen - die Haut befindet sich im Gleichgewicht.
Aus diesem Grund kann man die Frage provokativ auch so formulieren: "Braucht die gesunde Haut überhaupt eine kosmetische Pflege?"
Die Prävention der Dysbiose ist die Domäne für kosmetische Produkte - mit anderen Worten: Der Haut geben, was sie braucht, um gesund zu bleiben. Daher kommt den Bestandteilen und ihren Eigenschaften eine zentrale Bedeutung zu. Die präventive Pflege konzentriert sich sowohl auf physiologische als auch auf Mikrobiom-verträgliche Inhaltsstoffe.

M. Grams: Übertriebene Reinigung, Stress, Medikamente und negative Umwelteinflüsse, stören die Hautflora. Können Probiotika das ausgleichen?

Dr. Kloss: Unter den genannten Bedingungen kann man von einer Dysbiose ausgehen. Probiotische Produkte können dann beitragen, die gestörte Hautflora wieder zu normalisieren. Noch wichtiger ist es aber, kontraproduktive Gewohnheiten zu ändern. Um individuellen Störungen im Detail auf die Spur zu kommen, sind neben einer fundierten Hautanalyse auch Sachverstand und körperliche Achtsamkeit notwendig. Oft besteht die Lösung darin, die Pflege auf das Nötigste zu reduzieren.  

M. Grams: Würde eine Joghurtmaske das Problem einer Dysbiose lösen?

Dr. Kloss: Sinnvoll wäre es vermutlich, wenn die Maske noch lebende Kulturen enthält. Aber es wäre höchstens ein Teil der Lösung, da die Mikroflora der Haut sehr komplex aufgebaut ist und die unterschiedlichsten Mikroorganismen beherbergt, die wiederum unterschiedlich auf äußere Einflüsse reagieren. Nach wie vor ist es wichtiger, die Auslöser für Störungen zu erkennen und zu beseitigen.

M. Grams: Ist die probiotische Kosmetik für jede Haut geeignet?

Dr. Kloss: Im Prinzip ja. Trotzdem gilt auch hier: Die besten Produkte sind nicht für jede Haut geeignet. Es gibt immer Ausnahmen - denken Sie bitte an einfache Parameter wie den Fettgehalt der Produkte.
Wichtig ist auch das Zusammenspiel zwischen dem Hautmikrobiom und den endogenen antimikrobiellen Peptiden (AMP). Einzelheiten, finden Sie im Netz unter:
www.dermaviduals.de/deutsch/publikationen/spezielle-wirkstoffe/antimikrobielle-peptide.html

M. Grams: Vielen Dank für Ihre Einschätzung Dr. Kloss!


Bitte beachten Sie: Der vorliegende Beitrag stellt den Wissensstand zum Zeitpunkt des Revisionsdatums dar.

 
 
 
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Revision: 03.06.2019